Kurzantwort: Ein USB-Hub mit eigenem Netzteil löst das Stromproblem, nicht das Tempo. USB 2.0 stellt pro Port 500 mA bereit, also 2,5 W, USB 3.x stellt 900 mA bereit, also 4,5 W. Ein passiver Hub teilt dieses Budget rechnerisch auf alle Ports, ein aktiver Hub speist jeden Port aus dem Netzteil. Die Datenbandbreite bleibt davon unberührt: Ein Hub mit USB 3.2 Gen 1 verteilt 5 Gbit/s gemeinsam an alle Ports. Für 2,5-Zoll-Festplatten, Ladegeräte und USB-C mit Power Delivery ist ein Netzteil praktisch Pflicht.
Der Hub ist im USB-System kein Verteiler, sondern ein Gerät mit eigenem Controller und eigener Stromversorgung. Genau daraus folgen die Grenzen: Der Controller verwaltet ein gemeinsames Upstream-Budget, und er entscheidet, welcher Port wie viel Strom bekommt. Wer diese Mechanik kennt, kann vorhersagen, ob eine Konfiguration trägt oder ob ein Laufwerk mitten im Kopiervorgang verschwindet. Die folgenden Abschnitte ordnen Strom, Bandbreite und Auswahlkriterien getrennt.
Wann Bus-Power nicht mehr reicht
Die Zahlen
USB 2.0 erlaubt 500 mA pro Port, USB 3.x erlaubt 900 mA. Das sind 2,5 W beziehungsweise 4,5 W, und zwar als Obergrenze, nicht als Zusage: Der Host vergibt die Einheit erst nach der Anforderung des Geräts. Ein Hub ohne Netzteil darf davon nur abgeben, was er selbst bekommt, abzüglich seines Eigenbedarfs von etwa 100 bis 300 mW.
Typische Kipppunkte
Ein USB-Stick braucht 100 bis 200 mA und läuft überall. Eine 2,5-Zoll-Festplatte zieht beim Anlaufen 700 bis 1000 mA und fällt an einem unversorgten Hub regelmäßig aus. Ein NVMe-Gehäuse liegt mit 900 bis 1500 mA darüber. Ein Smartphone im Ladeprotokoll BC 1.2 fordert bis 1,5 A. Diese vier Fälle erklären nahezu jede Meldung über verschwundene Laufwerke.
Was ein Netzteil wirklich ändert
Das Portbudget
Mit Netzteil speist der Hub jeden Port aus einer eigenen Versorgung und hält 900 mA je Port auch dann, wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig anlaufen. Entscheidend ist die Summenleistung: Vier Ports mit je 4,5 W ergeben 18 W, dazu der Eigenbedarf. Ein 5-V-Netzteil mit 2 A reicht dafür nicht, eines mit 4 A und 20 W schon.
Ladefunktion und Power Delivery
USB-C kann 5 A bei 20 V führen, also 100 W – das ist die Obergrenze von USB Power Delivery und gilt nur mit E-Marker-Kabel. Ein Hub, der diese Leistung durchleiten will, braucht ein Netzteil oberhalb von 100 W, weil sonst für den Eigenbedarf nichts übrig bleibt. Ohne E-Marker bleibt die Strecke bei 3 A und damit bei 60 W.
Bandbreite: der Hub teilt, er vermehrt nicht
Ein Hub mit USB 3.2 Gen 1 hängt mit 5 Gbit/s am Host, und alle Ports teilen diese eine Verbindung. Zwei SSDs am selben Hub erreichen zusammen nicht mehr als ein Laufwerk allein. Wer viel kopiert, verteilt die Laufwerke auf getrennte Controller oder nutzt Gen 2 mit 10 Gbit/s. Ein USB-Verlängerungskabel aktiv hilft bei der Distanz, nicht beim Durchsatz.
Auswahl: Netzteil, Protokoll, Anschluss
Drei Angaben entscheiden über den Nutzen: Summenstrom des Netzteils, Generation des Upstream-Anschlusses und die Frage, ob Video durch den Hub soll. Wer einen Monitor mit 4K und 60 Hz betreiben will, braucht DisplayPort-Alt-Mode mit vier Lanes; ein reiner Datenhub liefert das nicht. Ein Ein Bildschirmarbeitsplatz mit Netzwerk und Video braucht deshalb einen anderen Typ als eine reine Portvervielfachung.
| Gerät | Stromaufnahme | 900 mA ausreichend | Empfehlung |
|---|
| Tastatur, Maus | 50 bis 100 mA | ja | passiver Hub genügt |
| USB-Stick, Kartenleser | 100 bis 300 mA | ja | passiver Hub genügt |
| 2,5-Zoll-Festplatte | 700 bis 1000 mA Anlauf | grenzwertig | Hub mit Netzteil |
| NVMe-Gehäuse | 900 bis 1500 mA | nein | Hub mit Netzteil |
| Smartphone laden | bis 1500 mA | nein | Ladeport am Netzteil |
| USB-C-Dock mit PD | 5 A bei 20 V, 100 W | nein | Netzteil über 100 W |
Ein Netzteil sollte dauerhaft mindestens 30 Prozent Reserve bieten, weil Laufwerke im Anlauf kurzzeitig ein Vielfaches ziehen. Wer den Hub zusätzlich für Netzwerk nutzt, plant den USB-C auf LAN Adapter am besten an einem Port mit eigenem Budget ein, damit Durchsatz und Speisung nicht um dieselbe Reserve konkurrieren.
Praxisbeispiele
- Situation: Zwei Festplatten am passiven Hub, eine verschwindet beim Kopieren. Netzteil mit mindestens 4 A anschließen, statt die Laufwerke auf zwei Hubs zu verteilen.
- Situation: Notebook lädt am Dock nur langsam. Das verbaute Netzteil reicht für 100 W Durchleitung nicht; ein stärkeres Netzteil mit E-Marker-Kabel verwenden.
- Situation: Zwei SSDs am Hub, Kopie bricht auf 200 MB/s ein. Beide Ports teilen 5 Gbit/s; eine Platte direkt am Rechner anschließen.
- Situation: Monitor bleibt schwarz, obwohl der Hub Strom hat. Der Hub führt kein DisplayPort-Alt-Mode; ein USB-C-Hub mit 4K 60 Hz löst das, sofern der Host vier Lanes bereitstellt.
FAQ
Reicht ein passiver Hub für Tastatur und Maus?
Ja. Beide Geräte zusammen bleiben deutlich unter 500 mA, also unter dem Budget eines USB-2.0-Ports. Kritisch wird es erst, wenn zusätzlich ein Laufwerk oder ein Ladegerät am selben Hub hängt. Dann bricht die Spannung ein und die Eingabegeräte werden sporadisch neu erkannt.
Macht ein Netzteil den Hub schneller?
Nein. Das Netzteil ändert nur das Stromangebot, nicht die Datenrate. Die Bandbreite hängt von der Generation des Upstream-Anschlusses ab und wird von allen Ports gemeinsam genutzt. Ein schneller wirkender Hub ist in der Regel ein Hub mit besserem Controller, nicht mit größerem Netzteil.
Darf ein Hub an einem Hub betrieben werden?
USB 2.0 erlaubt fünf Hubs in Reihe, praktisch sind zwei Stufen sinnvoll. Jede Stufe erhöht Latenz und Stromverlust, und ein unversorgter Hub in der Kette begrenzt das Budget aller nachfolgenden Ports. Für feste Installationen ist ein versorgter Hub mit ausreichend Ports die stabilere Lösung.