Kurzantwort: Eine Verlängerung ist immer ein Dämpfungsverlust, und die Kupplung wiegt oft schwerer als das Kabel. Als Faustregel verliert ein Standardkabel mit 1,0 mm Innenleiter bei 862 MHz rund 1,3 dB pro 10 m, ein dünnes Kabel 1,8 dB, ein dickes 0,9 dB; jede zusätzliche Kupplung kostet 0,2 bis 0,3 dB. Drei Adapter hintereinander entsprechen damit etwa 10 m Kabel. Verlängert wird deshalb mit einem durchgehenden Kabel und zwei sauber montierten Steckern, nicht mit einer Kette aus Zwischenstücken.
Ein Antennensignal kommt mit einem Pegel an der Dose an, der knapp über der Empfindlichkeit des Receivers liegt. Jedes dB, das unterwegs verloren geht, fehlt am Ende, und bei digitalen Signalen gibt es keinen allmählichen Übergang: Bis zur Schwelle läuft alles fehlerfrei, danach brechen Bild und Ton ab. Wer verlängert, rechnet daher vorher.
Verlängerung ist eine Dämpfungsfrage
Die Dämpfung eines Koaxialkabels wächst mit der Frequenz und mit der Länge, aber nicht linear zur Länge allein: Der Außendurchmesser entscheidet mit. Ein Kabel mit 1,6 mm Innenleiter verliert auf 10 m deutlich weniger als eines mit 0,6 mm, ist dafür steifer und braucht größere Biegeradien. Verluste entstehen außerdem an jedem Übergang, also an Steckern, Kupplungen, Dosen und Verteilern.
Kabel gegen Kupplung
Fünf Meter gutes Kabel kosten bei 862 MHz etwa 0,65 dB. Eine Kette aus drei Kupplungen und zwei Zwischenstücken liegt in derselben Größenordnung, bringt aber zwei offene Übergänge mit, die Feuchtigkeit und Einstrahlung aufnehmen. Wenn die Wahl zwischen kurzem Kabel mit Adapter und einem durchgehenden Kabel besteht, ist das durchgehende Kabel die bessere Lösung.
Die Rechnung: Pegelbudget in dB
Für die Abschätzung genügen drei Größen: Pegel an der Quelle, Summe der Verluste, Mindestpegel am Receiver. Die Werte in der Tabelle sind Faustregeln für 862 MHz; sie ersetzen kein Datenblatt, liegen aber in der richtigen Größenordnung. Bei Satellitenempfang ist das Band bis 2150 MHz zu rechnen, dort sind die Verluste etwa doppelt so hoch.
| Element | Dämpfung | Anmerkung |
|---|
| 10 m Kabel, 0,6 mm | 1,8 dB | dünn, biegsam |
| 10 m Kabel, 1,0 mm | 1,3 dB | Standard im Haus |
| 10 m Kabel, 1,6 mm | 0,9 dB | steif, große Radien |
| eine Kupplung | 0,2 bis 0,3 dB | plus Einstrahlung |
| eine Antennendose | 1 bis 2 dB | Durchgangsdose |
| 4-fach-Verteiler | 7 bis 8 dB | je Ausgang |
Stecker, Kupplung, Dose
Ein F-Stecker sitzt nur dann gut, wenn der Innenleiter sauber abgelängt ist und das Geflecht vollflächig an der Hülle liegt. Ein zurückgefaltetes Geflecht mit zwei einzelnen Drähten ist keine Schirmung, sondern eine Antenne für Störungen aus dem Raum. Bei Koaxialkabeln im Außenbereich kommt Feuchtigkeit hinzu: Sie dringt über den Stecker ein und verändert die Dielektrizitätszahl, wodurch die Impedanz an dieser Stelle springt. Eine selbstverschweißende Lage um den Stecker ist deshalb kein Luxus.
Stecksysteme zu mischen ist zulässig, solange die Impedanz stimmt: Ein Übergang von F auf BNC verliert wenig, ein 50-Ohm-BNC am 75-Ohm-Kabel erzeugt dagegen einen Sprung. Woran sich echte 75 Ohm erkennen lassen, steht unter Koaxialkabel 75 Ohm.
Wann ein Verstärker sinnvoll ist
Ein Verstärker ersetzt kein gutes Kabel. Er hebt Signal und Rauschen gemeinsam an, und sein eigenes Rauschmaß addiert sich. Sinnvoll ist er, wenn der Pegel am Ende unter dem liegt, was der Receiver braucht. Die Verstärkung sollte den Verlust plus 3 bis 6 dB Reserve abdecken; zu viel Verstärkung überfährt den Tuner und erzeugt Intermodulation.
Ort und Rauschmaß
Der richtige Ort ist möglichst nah an der Antenne, weil dort das Signal am stärksten und das Rauschmaß der Anlage am niedrigsten ist. Ein Verstärker hinter einer langen Leitung verstärkt ein bereits verrauschtes Signal und verschlechtert den Signal-Rausch-Abstand. Bei Kabelnetzen mit Rückkanal ist außerdem zu prüfen, ob der Verstärker den Rückweg durchlässt; sonst fällt der Internetzugang aus.
Verlegen und Biegeradius
Koaxialkabel mögen keine engen Radien: Als Faustregel gilt das Zehnfache des Außendurchmessers, bei einem 7-mm-Kabel also 70 mm. Ein Knick verändert den Abstand zwischen Innenleiter und Schirm und damit die Impedanz auf einem kurzen Stück; die Folge sind Reflexionen. Für Wege in der Wand gelten dieselben Regeln wie bei Netzwerkkabeln, beschrieben unter Ethernet-Kabel in der Wand verlegen. Wer parallel ein optisches Kabel plant, sollte den Toslink-Kabel Unterschied kennen, denn Glasfasern vertragen enge Radien noch schlechter.
Praxisbeispiele
- Situation: Der Receiver steht 4 m weiter als bisher. Ein neues Kabel in einem Stück verlegen, statt zwei Kabel mit Kupplung zu verbinden; das spart zwei Übergänge und etwa 0,5 dB.
- Situation: Bildstörungen nur bei Regen. Feuchtigkeit im Stecker prüfen, Stecker neu montieren, Außenverbindung mit selbstverschweißendem Band schützen.
- Situation: Neuer 4-fach-Verteiler, alle Teilnehmer verlieren Pegel. 7 bis 8 dB je Ausgang einrechnen und den Verstärker vor den Verteiler setzen, nicht dahinter.
- Situation: Satellitenempfang mit 30 m Leitung. Bei 2150 MHz etwa 5 dB Verlust je 10 m bei dünnem Kabel; dickes Kabel wählen und vorher rechnen.
FAQ
Wie viel dB kostet eine Verlängerung?
Das hängt vom Kabel ab: Ein Standardkabel mit 1,0 mm Innenleiter verliert bei 862 MHz rund 1,3 dB pro 10 m, ein dünnes etwa 1,8 dB. Dazu kommen 0,2 bis 0,3 dB je Kupplung. Eine Verlängerung mit zwei Kupplungen und 5 m Kabel liegt damit bei etwa 1,2 dB, im Satellitenband bis 2150 MHz etwa doppelt so hoch.
Reicht ein Adapter von F auf Koaxialbuchse?
Elektrisch ja, mechanisch ist er die schwächste Stelle der Kette. Ein Adapter bringt zusätzliches Gewicht am Stecker und damit Hebelkräfte. Für eine dauerhafte Verbindung ist ein neu konfektioniertes Kabel mit passendem Stecker die bessere Lösung.
Merkt man 1 dB Verlust überhaupt?
Bei analogem Empfang bleibt 1 dB meist unbemerkt, solange der Pegel im guten Bereich liegt. Bei digitalen Signalen gibt es keinen Zwischenzustand: Bis zur Schwelle ist das Bild fehlerfrei, darunter setzen Klötzchen und Tonaussetzer ein. Ein dB Reserve entscheidet dann darüber, ob Regen oder ein zusätzliches Gerät im Haus die Verbindung kippt.