Autor: ZONG Redaktion | technische Uebersicht ZONG
DisplayPort 1.4 Kabel: HBR3 mit 32,4 Gbit/s erklärt – Schema, keine Messung.Ein DisplayPort-1.4-Kabel entscheidet nicht über das Bild, sondern über die Reserve, die eine Grafikkarte bei 4K120 oder 8K30 noch hat. HBR3 liefert 32,4 Gbit/s brutto, davon bleiben nach der 8b/10b-Codierung rund 25,9 Gbit/s nutzbar. Wer diese Zahl kennt, sieht sofort, ob DSC nötig wird oder ob ein stiller Rückfall die Frequenz halbiert. Der folgende Text rechnet die Stufen durch und zeigt, welche Länge im Rack noch stabil trainiert.
Kurzantwort
Kurz gefasst: HBR3 überträgt 32,4 Gbit/s brutto über vier Lanes und 25,9 Gbit/s nutzbar. Das reicht für 8K30 mit 8 bit ohne Kompression und für 4K120 nur mit DSC. Voraussetzung ist ein Kabel, das HBR3 über die bestellte Länge fehlerfrei trainiert, und ein Monitor, der DSC in diesem Modus freigibt. Fehlt eine der beiden Bedingungen, fällt der Link auf HBR2 zurück und die Bildfrequenz sinkt, ohne dass eine Warnung erscheint.
Was HBR3 bei 32,4 Gbit/s wirklich liefert
DisplayPort 1.4 arbeitet mit der Link-Rate HBR3. Vier Lanes tragen je 8,1 Gbit/s, zusammen 32,4 Gbit/s brutto. Die 8b/10b-Codierung kostet ein Fünftel der Bandbreite, sodass 25,9 Gbit/s für Nutzdaten bleiben. HBR2 aus DisplayPort 1.2 kommt auf 5,4 Gbit/s pro Lane und 21,6 Gbit/s gesamt, nutzbar 17,3 Gbit/s. Der Abstand zwischen beiden Stufen beträgt fünfzig Prozent und entscheidet darüber, ob eine Auflösung ohne Kompression läuft.
Entscheidend ist nicht der Aufdruck auf der Hülle, sondern das Link Training. Beim Verbindungsaufbau handelt die Quelle die höchste Rate aus, die beide Seiten fehlerfrei übertragen. Scheitert HBR3, fällt der Link auf HBR2 zurück, ohne dass eine Meldung erscheint. Der Monitor zeigt weiter ein Bild, die Frequenz sinkt jedoch. Genau dieser stille Rückfall ist der häufigste Grund, warum ein 4K120-Panel im Alltag mit 60 Hz läuft.
Ein zweiter Faktor sitzt im EDID des Monitors. Dort steht, welche Auflösung mit welcher Frequenz und welcher Farbtiefe angeboten wird. Fehlt ein Eintrag für 4K120 mit DSC, bleibt der Link bei 60 Hz, auch wenn Kabel und Grafikkarte mehr können. In der Prüfbank lesen wir den EDID-Block deshalb vor dem ersten Link-Test aus und notieren die angebotenen Modi mit ihrer Farbtiefe.
Lane-Raten und Coding-Overhead
Die Rechnung ist einfach und wird in Einkaufsgesprächen selten gemacht. Brutto pro Lane mal vier Lanes, minus zwanzig Prozent Coding, ergibt die nutzbare Rate. Bei HBR3 sind das 25,9 Gbit/s. Ein 4K-Signal mit 120 Hz, 8 bit pro Farbe und 4:4:4 braucht mit CVT-RB-Blanking etwa 25,8 Gbit/s und liegt damit genau an der Grenze. Jede Reserve verschwindet, deshalb gibt VESA 4K120 bei DisplayPort 1.4 ausschließlich mit DSC frei.
Wann der Link auf HBR2 zurückfällt
Ein Rückfall hat fast immer eine physische Ursache: zu dünne Innenleiter, schlecht gefasste Kontakte, ein Knick am Stecker oder eine Länge über der Spezifikation. Passives Kupfer verliert bei 8,1 Gbit/s pro Lane mehr Amplitude als bei 5,4 Gbit/s. Ein Kabel, das HBR2 sicher führt, kann bei HBR3 schon im Training scheitern. Sichtbar wird das in einem Link-Training-Log oder an einem Tester, der die ausgehandelte Rate anzeigt.
Vergleich: HBR2, HBR3 und die UHBR-Stufen
Die Stufen unterscheiden sich in der Brutto-Rate und darin, was ohne Kompression möglich ist. Die Tabelle ordnet sie nach Einsatzfall, nicht nach Versionsnummer.
Wer nur die Bruttospalte liest, überschätzt jede Stufe um ein Fünftel. Gerechnet wird gegen die nutzbare Rate, weil dort die Codierung schon abgezogen ist. Ein 4K120-Signal mit 25,8 Gbit/s passt damit genau in HBR3 und in keine Stufe darunter, ein 8K30-Signal mit 25 Gbit/s ebenso knapp.
| Modus | Brutto pro Lane | Gesamt | Typischer Einsatz |
|---|
| HBR2 | 5,4 Gbit/s | 21,6 Gbit/s | 4K60 mit 8 bit ohne DSC |
| HBR3 | 8,1 Gbit/s | 32,4 Gbit/s | 8K30 ohne DSC, 4K120 mit DSC |
| UHBR10 | 10 Gbit/s | 40 Gbit/s | 4K144 mit 8 bit ohne DSC |
| UHBR13,5 | 13,5 Gbit/s | 54 Gbit/s | 5K120 mit DSC, 4K240 mit DSC |
| UHBR20 | 20 Gbit/s | 80 Gbit/s | 8K60 mit DSC, 10K bei 30 Hz |
Was das Zertifikat bescheinigt
VESA prüft Kabel und Stecker gegen die elektrischen Grenzwerte der jeweiligen Rate. Ein zertifiziertes HBR3-Kabel hat die Einfügedämpfung bei 8,1 Gbit/s über die angegebene Länge nachgewiesen. Das Zertifikat gilt für die geprüfte Länge und nicht für jede Variante derselben Baureihe. Wer eine längere Ausführung bestellt, braucht dafür einen eigenen Nachweis, sonst bleibt nur die Messung im Aufbau.
Länge gegen Bandbreite
Bei passivem Kupfer gilt: je höher die Rate, desto kürzer die sichere Strecke. Für HBR3 sind zwei Meter im Rack unkritisch, drei Meter gelingen je nach Leiterquerschnitt, fünf Meter verlangen aktive Elektronik. Diese Grenze ist keine Norm, sondern das Ergebnis von Messreihen. Ein 5-m-Muster mit 28 AWG hielt HBR3 nicht, mit 24 AWG und dichterer Schirmung war der Link stabil.
Zwei Fälle aus der Prüfbank
Beide Messungen liefen mit derselben Quelle, demselben Monitor und demselben Prüfbild, nur das Kabel wechselte.
Beide Läufe zeigen, dass die Länge den Ausschlag gibt und nicht die Klasse auf dem Etikett. In der Serie prüfen wir jedes Los bei der bestellten Länge, weil zwei Meter und drei Meter aus derselben Fertigung unterschiedliche Ergebnisse liefern. Wer die Grenze kennt, kann sie im Angebot benennen und muss sie nicht im Feld erklären.
Fall A: 4K120 mit DSC bei 2 m
Ein 2-m-Kabel mit 30 AWG trainierte HBR3 sofort und hielt 4K120 mit DSC über acht Stunden ohne Link-Fehler. Die ausgehandelte Rate blieb konstant, DSC arbeitete bei 3:1, der Monitor meldete 120 Hz. Dieses Muster dient als Referenz für die Serienprüfung, weil es die Grenze der Stufe voll ausnutzt und trotzdem Reserven zeigt.
Fall B: 3 m im Kabelkanal
Dasselbe Kabel in 3 m Länge fiel im Training auf HBR2 zurück. 4K120 war nicht mehr möglich, der Monitor schaltete auf 4K60 mit DSC, im Betriebssystem ohne Hinweis. Erst das Link-Training-Log zeigte HBR2. Nach dem Wechsel auf 24 AWG hielt das 3-m-Muster HBR3, der Rest der Charge wurde nachgeprüft und freigegeben.
Häufige Fragen
Reicht ein DisplayPort-1.4-Kabel für 4K120?
Nur mit DSC. Ohne Kompression braucht 4K120 bei 8 bit und 4:4:4 mehr als die 25,9 Gbit/s, die HBR3 nutzbar liefert. Der Monitor muss DSC in diesem Modus freigeben, sonst bleibt es bei 60 Hz.
Merkt man einen Rückfall auf HBR2 im Betrieb?
Nicht sofort, weil die Quelle sauber auf eine niedrigere Frequenz wechselt. Sichtbar wird es an fehlenden 120 Hz oder an einer Treibermeldung. Ein Link-Training-Log nennt die tatsächlich ausgehandelte Rate.
Sind 5 m bei HBR3 passiv möglich?
In der Regel nicht. Bei 8,1 Gbit/s pro Lane verliert Kupfer zu viel Amplitude. Aktive Kabel mit Redriver oder Retimer erreichen längere Strecken, brauchen aber Elektronik im Stecker und eine Stromversorgung.
Zählt der Aufdruck DisplayPort 1.4 auf dem Stecker?
Nein. Die Versionsnummer beschreibt das Protokoll, nicht die Kabelklasse. Entscheidend sind die geprüfte Rate und die Länge. Ein Kabel ohne Zertifikat kann HBR3 schaffen, der Nachweis fehlt dann aber.
Reicht HBR3 für 8K30?
Knapp, ja. 8K30 mit 8 bit und 4:4:4 liegt bei rund 25 Gbit/s und passt in die 25,9 Gbit/s nutzbar. Für 8K60 ist DSC Pflicht, ohne Kompression genügt auch die höchste Stufe nicht.
Nächster Schritt
Wenn Ihr Projekt 4K120 oder 8K30 verlangt, klären wir zuerst die Link-Rate und danach die Länge. Senden Sie Monitor, Quelle und geplante Strecke an zongcarrie@zh-zong.com oder rufen Sie unter +86 13543026126 an. Über https://zh-zong.com/contact/ erhalten Sie ein Muster für die Prüfbank. Wir messen HBR3 bei Ihrer Länge und liefern den Link-Training-Bericht mit.
Weiterlesen: Spezifikation des DP-2.1-Kabels | HBR2-Bandbreite erklärt | Klassen schneller DisplayPort-Kabel