Kurzantwort: DisplayPort und HDMI sind elektrisch nicht kompatibel. Ein passiver Adapter funktioniert nur, wenn der DisplayPort-Anschluss Dual-Mode beherrscht, also DP++ ist; dann legt die Grafikkarte ein HDMI-Signal auf die Lanes. Für 4K60 mit HDR oder für Quellen ohne DP++ braucht es einen aktiven Konverter mit eigener Stromversorgung. Ton und HDCP werden in beiden Fällen übertragen.
Der Adapter ist das kleinste Teil in der Kette und verursacht die meisten Reklamationen. Der Grund ist fast immer derselbe: Er wurde für einen Anschluss gekauft, der den benötigten Modus nicht anbietet.
Was DP++ bedeutet
Ein Signal, zwei Protokolle
Ein DP++-Anschluss erkennt über den Adapter, welches Protokoll benötigt wird, und gibt entweder DisplayPort oder TMDS aus. Der passive Adapter enthält nur Pegelwandler und keine Logik. Deshalb ist er günstig, klein und braucht keine Stromversorgung.
Wann der Modus fehlt
Viele Notebooks, Dockingstationen und USB-C-zu-DisplayPort-Wandler bieten keinen Dual-Mode. Bei ihnen bleibt der Bildschirm schwarz, obwohl der Adapter mechanisch passt. Ein aktiver Konverter braucht trotzdem eine stabile Stromquelle: Fällt die Versorgung unter 4,5 V, verliert er den Handshake und der Bildschirm wird schwarz. Ein aktiver Konverter wandelt in diesem Fall das DisplayPort-Protokoll in TMDS um und arbeitet mit eigener Elektronik.
Passiv, aktiv oder Kabel
| Lösung | Voraussetzung | Maximum | Strom |
|---|
| Passiver Adapter | DP++ an der Quelle | 4K30 bis 4K60 | keine |
| Aktiver Konverter | keine | 4K60, mit 1.4 auch 4K120 | USB oder Netzteil |
| Adapterkabel | DP++ an der Quelle | 4K60 | keine |
Ein Adapterkabel ist die sauberste Lösung, weil es eine Steckverbindung weniger gibt. Jede zusätzliche Verbindung kostet Signalintegrität, und bei 4K60 mit 18 Gbit/s macht sich das bemerkbar.
Bild, Ton und Verschlüsselung
Warum der Ton meistens mitkommt
DisplayPort führt Audio im Hauptkanal mit. Ein DP++-Adapter reicht das Signal an HDMI weiter, und der Fernseher erkennt den Ton als HDMI-Audio. Fehlt der Ton, liegt es häufig an der Auswahl des Wiedergabegeräts im Betriebssystem oder an einem Konverter, der nur Video durchlässt.
HDCP 2.2 und Streaming
Für Netflix in 4K und für Blu-ray ist HDCP 2.2 auf der gesamten Strecke nötig. Ein älterer Konverter mit HDCP 1.4 führt zu einem schwarzen Bild bei geschützten Inhalten, während das Desktop-Bild normal erscheint. Das ist kein Defekt, sondern die Reaktion der Quelle auf eine unzureichende Verschlüsselung. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn ein Umschalter oder ein KVM-Switch in der Kette nur HDCP 1.4 führt, selbst wenn Adapter und Kabel 2.2 beherrschen.
Die Grenzen der Bandbreite
Ein passiver Adapter kann nicht mehr liefern, als DisplayPort 1.2 über vier Lanes mit HBR2 bereitstellt, nämlich 17,28 Gbit/s nutzbar. Für 4K60 mit 8 Bit reicht das, für 4K60 mit 10 Bit und HDR nicht. Wer HDR braucht, kommt um einen aktiven Konverter auf Basis von DisplayPort 1.4 nicht herum. Die Gegenüberstellung der Formate steht unter DisplayPort gegen HDMI.
Bei 4K120 an einem HDMI-2.1-Fernseher ist die Sache eindeutig: Es braucht einen aktiven Konverter, der DSC beherrscht, sonst bleibt es bei 4K60. Die Bandbreite von HDMI 2.1 und ihre Grenzen sind unter HDMI 2.1 gegen DisplayPort 1.4 beschrieben.
Praktische Einsatzszenarien
- Notebook an Konferenzraum-Fernseher: Das Notebook hat DP++, der Adapter ist passiv, 1080p oder 4K30 laufen sofort. Für 4K60 mit HDR einen aktiven Konverter einplanen.
- Workstation an Präsentationsdisplay: Die Grafikkarte bietet DP 1.4, der Fernseher HDMI 2.0. Ein Adapterkabel mit 2 m Länge ist die stabilste Variante.
- Digital Signage mit langer Zuleitung: Aktiver Konverter am Anfang, danach ein zertifiziertes HDMI-Kabel in der benötigten Länge.
- Gaming-Monitor mit HDMI 2.1: Nur mit aktivem Konverter und DSC-Unterstützung sinnvoll, sonst bleibt die Bildrate bei 60 Hz.
Häufig gestellte Fragen
Warum bleibt das Bild schwarz, obwohl der Adapter passt?
In den meisten Fällen fehlt DP++ an der Quelle oder der Konverter ist gerichtet und falsch eingesetzt. Ein aktiver Konverter von DisplayPort auf HDMI funktioniert nicht in der Gegenrichtung. Prüfe außerdem, ob der Monitor auf dem richtigen HDMI-Eingang steht.
Kommt der Ton über den Adapter mit?
Bei einem DP++-Adapter mit HDMI-Ausgang ja, sofern die Quelle Audio über DisplayPort ausgibt und das Zielgerät den Ton annimmt. Bei einfachen Konvertern ohne Audiounterstützung bleibt nur ein separates Kabel. Die Adapterbauformen sind unter DP-Adapter gegen DP-Kabel verglichen.
Sind 4K60 möglich?
Ja, wenn Quelle, Adapter und Kabel jeweils mindestens HDMI 2.0 beziehungsweise DisplayPort 1.2 mit HBR2 bieten. Bei 4K60 mit HDR braucht es DisplayPort 1.4 mit HBR3 und einen aktiven Konverter.